Balik na ko!

Seit fast 4 Wochen bin ich nun wieder zurück in Deutschland und ich bin immer noch am Ankommen, Reflektieren, Verarbeiten. Ich suche nach Antworten auf Fragen, die ich oder andere mir gestellt haben. Ich lasse vergangene Ereignisse Revue passieren. Ich denke viel nach, um das meistmögliche aus meiner Zeit auf den Philippien mitzuehmen, festzustellen, wo ich gewachsen bin oder wo ich mich verändert habe.

7 Monate habe ich in dem Land verbracht, das schon lange zuvor mein Herz gestohlen hat. 7 Monate in einem Land voller Schönheit und Armut. 7 Monate in Cebu City- einer Stadt, in der es voll, laut und heiß ist. Einer Stadt, in der du überall wo du hinsiehst mit Armut konfrontiert wirst. Dinge, die du niemals sehen wolltest und Geschichten, die du niemals hören wolltest. Mit all dem klarzukommen hat mich immer und immer wieder herausgefordert. Es gab Momente, in denen ich einfach nichts tun konnte, Situationen, in denen ich nicht helfen konnte, verzweifelt war oder mich sogar ohnmächtig gefühlt habe.

7 Monate lang durfte ich in Straßenkinder investieren. Kinder voller Hoffnungen und Träume, voller Verletzungen und Wunden, voller Potential und Wunder.

7 Monate lang war ich ihre Betreuerin, Animateurin, Mama, Schwester, Freundin, Zuhörerin. Ich habe versucht sie zu lieben trotz ihrer Frechheit, Fehler, Ungezogenheit, Streitereien und Wutausbrüche. Ich war da, wenn sie Hilfe bei den Hausaufgaben gebraucht haben, wenn sie ein Problem hatten, krank waren oder ein offenes Ohr gesucht haben. Ich habe mit ihnen geweint und gelacht, mit ihnen gemalt und gebastelt, habe bei ihnen übernachtet, und stundenlang mit ihnen gespielt und geredet.

Alles, was ich getan habe war Beziehungsarbeit. Ob zu den Kids im Heim, zu den Mädels im Jugendgefängnis oder zu den Kids auf dem Feeding: Jeden Tag ging es darum, Beziehung zu leben, die Kids zu lieben, egal ob sie gerade gut oder schlecht drauf sind,  egal ob sie gerade brav sind oder eben nicht, egal ob sie dich gerade lieben oder nicht.

Ich dachte eigentlich, ich hätte viel in diese Kids investiert, ihnen viel geholfen etc. Aber eigentlich haben SIE MIR so unfassbar viel beigebracht, ich habe von IHNEN gelernt, ICH habe von IHNEN profitiert. Nicht ich habe ihr Leben verändert, sondern SIE haben MEIN Leben verändert!

Dieser eine Bibelvers ist so treffend sowohl für unsere Kids im Heim, unsere Feeding-Kids als auch für Freunde, die ich außerhalb getroffen habe:

„Poor, yet making many rich; having nothing, and yet possessing everything.“ -2.Corinthians 6:10-

Diese 7 Monate haben mein Leben extrem bereichert. Ja, diese Kids haben mich reich gemacht. Das Prägendste waren die Begegnungen mit ihnen- ihre Geschichten, die ich direkt von ihnen hören durfte, die Beziehungen, die ich aufgebaut habe, die Stunden, die ich mit ihnen verbracht habe- all das besitzt für mich einen Wert, der nicht mit Geld zu bezahlen ist.

Was ich in dieser Zeit gelernt habe, lässt sich nicht einfach in ein paar Zeilen zusammenfassen. Es ist zu einem Schatz in meinem Herzen geworden, den mir niemand mehr nehmen kann.

Ich bin unfassbar dankbar für diese Zeit und Erfahrung die ich machen durfte. Dankbar für all die coole Zeiten mit den Kids, für die Menschen die ich kennenlernen durfte und für die Freundschaften, die ich aufbauen konnte. Aber auch dankbar für die harten Zeiten, weil ich weiß, dass ich genau in diesen Zeiten am meisten gewachsen bin. Und ich bin dankbar, dass Gott in jedem Augenblick- egal ob es gerade gut lief oder nicht- an meiner Seite war.

Danke auch für eure Unterstützung, für eure Gebete, euer Interesse und eure Ermutigung. Das hat mir wirklich sehr viel bedeutet!

Zum Schluss noch ein paar meiner Lieblingsbilder aus der Zeit:

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STRAßENKINDER?

-TALENT-

Talent

-CREATIVITY-

creativity

-FREEDOM-

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–DETERMINATION–

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-EXCITEMENT-

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-POTENTIAL-

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-DREAMS-

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-HOPE-

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-FRIENDSHIP-

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-BEAUTY-

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 -VISION-

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-ENDURANCE-

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-DIGNITY-

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Momente der Großzügigkeit

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Wie mir ein 7 und ein 11-jähriges Mädchen beibrachten, was Großzügigkeit eigentlich bedeutet.

Philippinen. Das kleinste und ebenso jüngste unserer Mädels im Kinderheim war 7 Jahre alt und die Großzügigkeit in Person. Sie ist direkt auf der Straße aufgewachsen und sie hatte nichts, absolut nichts. Jetzt, wo sie im Kinderheim ist, teilt sie immer ihren Snack- Kekse, Chips und sogar Schokolade. Auch wenn man das nicht annehmen will, lässt sie sich nicht davon abbringen. Ja, sie besteht geradezu darauf, teilen zu dürfen. Eines Abends hat sie mir sogar ein Geschenk gemacht: Sie hat ein bisschen Waschpulver, ein paar Perlen und andere Kleinigkeiten in ein Blockpapier gewickelt und mir geschenkt. Sie hat eigentlich nichts und hat trotzdem etwas gegeben.

Deutschland. Am Samstag erzähle ich einem 11-jährigen Flüchtlingsmädchen von den Philippinen und zeige ihr ein paar Bilder. Ich erkläre ihr, dass dort Kinder auf der Straße leben und dass es dort viele Babies gibt, die keine Mama haben, die sich um sie kümmert, die nicht genug zu essen haben und die oft auch nichts zum Anziehen haben. Daraufhin kramt sie kurzerhand die Babyklamotten ihrer Puppe heraus und gibt sie mir: ein Kleidchen, Hosen, Leggins, T-shirts- alles was sie finden kann. Ich solle es den Babies auf den Philippinen mitbringen, wenn ich das nächste Mal dort hingehe.

Die Gesten dieser beiden Mädchen haben mich sehr berührt. Das ist echte Großzügigkeit: zu geben, auch wenn man eigentlich nichts hat.

WAS KANNST DU HEUTE GEBEN?

Wenn diese beiden Mädels etwas geben konnten, dann hast auch DU  viel zu geben: Zeit, Geld, Materielles, Talente, Fähigkeiten, ein offenes Ohr,…Aber wenn du gibst, dann gib fröhlich und von Herzen- ganz so wie diese beide Mädchen.