Balik na ko!

Seit fast 4 Wochen bin ich nun wieder zurück in Deutschland und ich bin immer noch am Ankommen, Reflektieren, Verarbeiten. Ich suche nach Antworten auf Fragen, die ich oder andere mir gestellt haben. Ich lasse vergangene Ereignisse Revue passieren. Ich denke viel nach, um das meistmögliche aus meiner Zeit auf den Philippien mitzuehmen, festzustellen, wo ich gewachsen bin oder wo ich mich verändert habe.

7 Monate habe ich in dem Land verbracht, das schon lange zuvor mein Herz gestohlen hat. 7 Monate in einem Land voller Schönheit und Armut. 7 Monate in Cebu City- einer Stadt, in der es voll, laut und heiß ist. Einer Stadt, in der du überall wo du hinsiehst mit Armut konfrontiert wirst. Dinge, die du niemals sehen wolltest und Geschichten, die du niemals hören wolltest. Mit all dem klarzukommen hat mich immer und immer wieder herausgefordert. Es gab Momente, in denen ich einfach nichts tun konnte, Situationen, in denen ich nicht helfen konnte, verzweifelt war oder mich sogar ohnmächtig gefühlt habe.

7 Monate lang durfte ich in Straßenkinder investieren. Kinder voller Hoffnungen und Träume, voller Verletzungen und Wunden, voller Potential und Wunder.

7 Monate lang war ich ihre Betreuerin, Animateurin, Mama, Schwester, Freundin, Zuhörerin. Ich habe versucht sie zu lieben trotz ihrer Frechheit, Fehler, Ungezogenheit, Streitereien und Wutausbrüche. Ich war da, wenn sie Hilfe bei den Hausaufgaben gebraucht haben, wenn sie ein Problem hatten, krank waren oder ein offenes Ohr gesucht haben. Ich habe mit ihnen geweint und gelacht, mit ihnen gemalt und gebastelt, habe bei ihnen übernachtet, und stundenlang mit ihnen gespielt und geredet.

Alles, was ich getan habe war Beziehungsarbeit. Ob zu den Kids im Heim, zu den Mädels im Jugendgefängnis oder zu den Kids auf dem Feeding: Jeden Tag ging es darum, Beziehung zu leben, die Kids zu lieben, egal ob sie gerade gut oder schlecht drauf sind,  egal ob sie gerade brav sind oder eben nicht, egal ob sie dich gerade lieben oder nicht.

Ich dachte eigentlich, ich hätte viel in diese Kids investiert, ihnen viel geholfen etc. Aber eigentlich haben SIE MIR so unfassbar viel beigebracht, ich habe von IHNEN gelernt, ICH habe von IHNEN profitiert. Nicht ich habe ihr Leben verändert, sondern SIE haben MEIN Leben verändert!

Dieser eine Bibelvers ist so treffend sowohl für unsere Kids im Heim, unsere Feeding-Kids als auch für Freunde, die ich außerhalb getroffen habe:

„Poor, yet making many rich; having nothing, and yet possessing everything.“ -2.Corinthians 6:10-

Diese 7 Monate haben mein Leben extrem bereichert. Ja, diese Kids haben mich reich gemacht. Das Prägendste waren die Begegnungen mit ihnen- ihre Geschichten, die ich direkt von ihnen hören durfte, die Beziehungen, die ich aufgebaut habe, die Stunden, die ich mit ihnen verbracht habe- all das besitzt für mich einen Wert, der nicht mit Geld zu bezahlen ist.

Was ich in dieser Zeit gelernt habe, lässt sich nicht einfach in ein paar Zeilen zusammenfassen. Es ist zu einem Schatz in meinem Herzen geworden, den mir niemand mehr nehmen kann.

Ich bin unfassbar dankbar für diese Zeit und Erfahrung die ich machen durfte. Dankbar für all die coole Zeiten mit den Kids, für die Menschen die ich kennenlernen durfte und für die Freundschaften, die ich aufbauen konnte. Aber auch dankbar für die harten Zeiten, weil ich weiß, dass ich genau in diesen Zeiten am meisten gewachsen bin. Und ich bin dankbar, dass Gott in jedem Augenblick- egal ob es gerade gut lief oder nicht- an meiner Seite war.

Danke auch für eure Unterstützung, für eure Gebete, euer Interesse und eure Ermutigung. Das hat mir wirklich sehr viel bedeutet!

Zum Schluss noch ein paar meiner Lieblingsbilder aus der Zeit:

DSC00457

P1320350

IMG_7068

DSC01723.JPG

IMG_20180112_061630.jpg

 

Advertisements

STRAßENKINDER?

-TALENT-

Talent

-CREATIVITY-

creativity

-FREEDOM-

DSC03040

–DETERMINATION–

DSC01775.JPG

-EXCITEMENT-

DSC_1229.JPG

-POTENTIAL-

DSC_0878.JPG

-DREAMS-

DSC02187.JPG

-HOPE-

DSC02085.JPG

-FRIENDSHIP-

IMG_20171202_161100.jpg

-BEAUTY-

DSC01947.JPG

 -VISION-

DSC00526.JPG

-ENDURANCE-

endurance.JPG

-DIGNITY-

dignity

 

 

 

LET HOPE RISE

In meiner Zeit hier bin ich immer und immer wieder mit hoffnungslosen Situationen konfrontiert. Wie geht man damit um? Ich höre so so viele krasse Geschichten, die von Hoffnungslosigkeit und Schmerz geprägt sind. Und immer ist es das gleiche: Ich habe keine Ahnung was ich darauf antworten soll, wenn Menschen mir ihre Geschichten erzählen, wenn ich von ihren Problemen und ihrem Leid höre. Alles was ich tun kann, ist zuzuhören. Und in all dem zu wissen, dass JESUS unsere HOFFNUNG ist und all dem Leid das ich höre eines Tages ein Ende setzen wird. In den Herzen unserer Kids hier ist diese Hoffnung schon zu sehen, sie haben Hoffnung für ein besseres Leben, haben Träume für ihre Zukunft.

BANTAYAN ISLAND

Auch die Insel Bantayan ist für mich ein Beispiel von Hoffnung. Bantayan wurde 2013 von dem Taifun Yolanda stark getroffen. Schon als ich 2014 mit dem German-Team für eine Woche dort war, hab ich mich auf dieser Insel extrem wohlgefühlt.

Anfang Januar war es endlich soweit: Wir durften zusammen als Interns nach Bantayan gehen und hatten dort für 3 Tage einen „Arbeitseinsatz“. Wir haben eine Kirche von innen und von außen gestrichen und hatten an zwei Abenden ein Programm für die Kinder und Jugendlichen dort- Geschichten, Spiele und zum Abschluss haben wir alle zusammen Hotcakes (so ähnlich wie Pancakes) gebacken. Ich habe die Zeit auf Bantayan sehr genossen und es war  besonders schön für mich, dort einige Freunde wieder zu sehen, die ich schon von den letzten Jahren kannte.

Es ist so schön zu sehen, wie die Menschen auf dieser Insel wieder Hoffnung haben, dass sie nach dem Taifun nicht einfach aufgegeben haben, sondern dass sie wieder aufgestanden sind und weitergemacht haben, nach vorne geschaut haben, ihre Häuser und ihr Leben wieder aufgebaut haben. Ja, Gott hat diesen Menschen Hoffnung gegeben.

DSC01668.JPG

DSC01602.JPG

OUTREACH CHRISTMAS PARTY

Da im Dezember am geplanten Termin ein Taifun angesagt war, wurde die Christmas Party für die Feedingkids auf Mitte Januar verschoben. Schon morgens haben wir und viele andere der Mitarbeiter und der Kids das Essen gekocht und in Boxen verpackt, Geschenke vorbereitet und das Gelände dekoriert bevor dann nachmittags die Feedingkinder von den verschiedenen Plätzen kamen. Es gab zuerst ein Programm und eine Predigt für die Kids, dann hatten wir Zeit um mit den Kids zu beten und zu reden, was echt schön war, weil das bei den regulären Feedings meistens zu kurz kommt. Danach wurde dann das Essen und die Geschenke verteilt. Es war so schön zu sehen, wie die Kids diesen Nachmittag einfach völlig genossen haben. Einfach einen Tag mal der Armut entfliehen. Ja, in ihren Herzen soll Hoffnung aufsteigen. Hoffnung auf eine bessere Zukunft, weg von der Armut. Hoffnung, die sich in Jesus gründet.

FUNDAYS

Die Fundays waren 2 Tage voller Spaß, Spiele und Sport für die Jungs und Mädels aus den Kinderheimen. Wir waren alle in unterschiedliche Teams eingeteilt und hatten dann verschiedene Gruppenpräsentationen, Teamspiele und ein Basektball-und Volleyballtunier. Während dieser Tage haben wir auch 2 Nächte bei den Mädels übernachtet. Es war echt cool mal wirklich mit den Kids mit zu leben, mit ihnen zu essen, bei ihnen Mittagsschlaf zu machen und viel Zeit mit ihnen zu verbringen.

FAMILY OUTINGS

Mit den kleinen Mädels waren wir einen Nachmittag in einer Mall, die auf dem Dach einen Wasserspielplatz für Kids hat. Das haben die Mädels sehr genossen. Danach haben wir sie dann noch zu einem Eis im Jollibee eingeladen.

DSC_1287.JPGDSC_1197.JPG

Die großen Mädels haben wir aufs „Mountain Top“ eingeladen. Das ist eine Art Aussichtsplattform auf dem Berg von dem aus man eine hammer Sicht auf die Stadt hat. Wir haben dort Abend gegessen, viele viele Fotos gemacht und einfach die Zeit mit den Mädels genossen.

DSC02997.JPG

DSC02847.JPG

GIRLSTIME. Jetzt versuche ich noch so viel Zeit wie möglich mit den Mädels im Heim zu verbringen. Ich genieße es einfach bei ihnen zu sein, mit ihnen zu reden, zu spielen, sie ins Bett zu bringen, mit ihnen zu beten.

Hier eine Begebenheit aus dem Heim: Ich schaue mit einem der kleinen Mädels die Kinderbibel an. Sie blättert die Seiten durch. Da sie noch nicht lesen kann schaut sie einfach die Bilder an. Aber für sie ist die Bibel nicht nur irgendein Buch. Für sie ist die Bibel erstaunlich lebendig und real. Sie kennt schon einige Bibelgeschichten. Als wir zu der Geschichte kommen, in der Jesus die Händler und Steuereintreiber aus dem Tempel vertreibt, schlägt sie auf die Tauben und Händler im Bild und sagt: „Böse, böse, böse.“ Es ist so unfassbar schön zu sehen, was für einen kindlichen und echten Glauben sie hat. Ich denke genau das hat Jesus gemeint, als er gesagt hat, dass wir glauben sollen wie Kinder. Ja, für diese Kinder gibt es Hoffnung. Hoffnung, dass sie ein neues Leben mit Jesus anfangen. Hoffnung für eine Zukunft voller Träume.

LET HOPE RISE– hier in diesem unfassbar schönen Land, in den Herzen dieser Kinder aber auch in meinem eigenen Herzen. Hoffnung für alles was Gott für mich bereithält, auch wenn ich jetzt noch gar nicht weiß was die Zukunft bringt…

Meine Zeit hier ist jetzt schon fast vorbei, was ich noch nicht so wirklich realisieren kann. Am 1. März komme ich wieder nach Deutschland zurück. Ich freue mich viele von euch bald wieder zu sehen, wobei mir der Abschied hier natürlich auch sehr sehr schwer fällt. Ihr hört wieder von mir, wenn ich dann in Deutschland bin.

News aus Cebu

Was im letzten Monat so ging

Im Dezember jagte eine Christmas Party die nächste. Angefangen hat es schon in der ersten Dezemberwoche mit einer Weihnachtsfeier im Jugendgefängnis. Dort haben wir ein Programm mit Liedern, einem Drama, einer Botschaft und Spielen gemacht und am Ende gab es natürlich auch noch Essen, Geschenke und wir hatten Zeit, um noch ein bisschen mit den Jugendlichen zu reden.

Zusammen als Intern-Girls haben wir die Mädels, die in den letzten 3 Monaten Geburtstag hatten zum Jollibee eingeladen (das ist sowas Ähnliches wie McDonald’s). Die Mädels lieben es, wenn sie mal rauskommen. Nach unserem Essen im Jollibee gab’s noch für jeden ein Eis auf dem Fuente (Riesenkreisverkehr in der Stadt).

sdr

An einem Samstag war die sogenannte “Christmas Convention”. Das ist eine Weihnachtsfeier, an der verschiedene Hilfsorganisationen, die auch mit Straßenkindern arbeiten, teilgenommen haben. Alle Organisationen bringen also ihre Kids mit und dann gibt es verschiedene Tanz-und Liedvorführungen, Spiele und gemeinsames Essen.

Die Staff Christmas Party, also die Weihnachtsfeier mit allen Mitarbeitern hier, stand unter dem Motto “Celebrating the Christ of all times”. Dazu waren wir schon im Voraus in Gruppen eingeteilt und mussten passende Anspiele vorbereiten, die letztendlich echt lustig waren. Außerdem gab es natürlich gutes Essen und es wurde gewichtelt, wodurch wenigstens ein bisschen Weihnachtsstimmung bei mir aufkam.

IMG_20171215_230047.jpg

 

Auch gab es eine Christmas Party mit allen Kids aus den Heimen und mit den Kids die hier zur Schule gehen. Wir haben zusammen Abendgegessen, Spiele gespielt und es gab einen Lobpreisabend bei dem dann am Ende alle zusammen abgedanct haben. Die Stimmung war ausgelassen und es war megaschön zu sehen, wie viel Spaß die Kids und Jugendlichen hatten.

outreach.jpg

Über Weihnachten waren wir Interns dann alle zusammen im Urlaub auf Bohol. Wir haben die freien Tage zusammen sehr genossen, waren stundenlang im Meer baden und durften viele schöne Dinge im Land sehen, wie z.B. die Chocolate Hills, die kleinsten Affen der Welt (Tarsier), Reisterassen und Wasserfälle.

IMG_20171225_132942.jpg

Silvester haben wir mit den Kids gefeiert, die für die Ferien aus verschiedenen Gründen nicht nach Hause zu ihren Familien gehen konnten/durften. Nach dem Essen haben wir zusammen Marshmellows gegrillt, was die Kids echt geliebt haben. Danach haben wir Spiele gespielt und alle zusammen einen Film angeschaut. Um 23 Uhr gab es nochmal Essen für alle bevor wir dann aufs Rooftop (Dachterrasse) gegangen sind um das Feuerwerk anzuschauen. Es war so süß zu sehen, wie sich vor allem die Kleinen an dem Feuerwerk gefreut haben und den ganzen Abend einfach voll genossen haben.

Was mich sonst noch so beschäftigt

Obwohl ich das alles hier ja schon ein Stück weit kannte, ist es krass für mich zu sehen, wie normal es für mich geworden ist hier zu sein. Ich habe die Kids schon sehr ins Herz geschlossen. Auch wenn es immer noch manchmal anstrengend ist oder ich nicht immer so viel Motivation habe, sind diese Kids einfach Teil meines Lebens geworden und nicht mehr so einfach wegzudenken. Das Wertvollste ist es einfach Beziehungen zu ihnen aufzubauen, Zeit zu haben, um mit ihnen zu spielen und zu reden, ihnen die Liebe und Aufmerksamkeit zu geben, die sie auf der Straße nie bekommen haben.

In diesem Monat war ich auch öfters mal in Downtown unterwegs. Downtown ist die Innenstadt Cebus, dort, wo die Straßen immer voll und laut sind, dort, wo es die günstigsten Klamotten gibt, dort wo ganze Familien direkt auf der Straße leben, Babies im Dreck spielen und Straßenkinder dich anbetteln. Da wird einem dann immer bewusst, wie viele Kinder es noch gibt, denen geholfen werden muss. Ja, es gibt noch so viel mehr zu tun. Jedes einzelne dieser Kinder hat das Recht auf ein Leben in Würde. Und dafür lohnt es sich zu kämpfen, dafür lohnt es sich, Verletzungen einzustecken, dafür lohnt es sich, mich immer wieder selbst zu pushen, wenn ich mal keine Motivation und Liebe habe, dafür lohnt es sich.

Jetzt ist das Jahr 2017 schon um und ich habe so viel Grund DANKBAR zu sein für das was Gott in diesem Jahr, aber auch vor allem in der Zeit, die ich bis jetzt hier verbracht habe, schon getan hat. Ich durfte schon viel lernen hier und unzählige (kleine) Wunder erleben, die einem erst so richtig auffallen, wenn man mal zurückschaut. Trotz manch harter Zeiten ist es unfassbar, wie viel Gutes ich schon erlebt habe.

Ich hoffe ihr könnt auch zurückblicken und die vielen kleinen Wunder entdecken, die Gott im letzten Jahr getan hat. Ich wünsche euch ein gutes und gesegnetes neues Jahr! Erwartet Großes, denn Gott hält so viel für euch bereit!

GEBETSANLIEGEN

-dass ich die Zeit gut nutzen kann, die ich hier noch habe

-dass Gott mich noch weiter verändert und an mir arbeitet

-dass  ich Gottes Stimme höre, was er danach mit  mir vorhat

 

Eure Ermutigung und Gebete bedeuten mir sehr viel! Danke dafür!

Liebe Grüße

Dorina

News aus Cebu

Der November ist schon fast wieder vorbei und somit ist es höchste Zeit euch daran teilhaben zu lassen, was ich hier eigentlich mache und was ich so erlebe. Zunächst einmal zu meinem Alltag. Ich arbeite 4 Tage in der Woche 8 Stunden im Mädelsheim und darf einen Tag in der Woche mit aufs Feeding. 2 Tage in der Woche habe ich frei, an denen es viel in der Stadt zu sehen und zu erleben gibt.

ALLTAG

Es ist 4:40 morgens und mein Wecker klingelt. Aufstehen, mich anziehen, Zähne putzen und schnell noch eine Scheibe Toastbrot reinschieben und dann ab geht’s ins Girlshome zur Morning Duty: Zuerst helfe ich das Frühstück vorzubereiten, dann wecke ich die Mädels auf. Es gibt eine Morgenandacht, danach Frühstück und schließlich geht es ab in die Schule.

Wenn ich Afternoon Duty habe, fange ich um 13 Uhr an mit arbeiten. In den ersten paar Stunden ist dann nicht so viel los, da normalerweise alle Kids in der Schule sind. Wenn die Kids heimkommen, spiele ich mit ihnen, helfe ihnen bei den Hausaufgaben oder beim Zimmeraufräumen und verbringe einfach ZEIT mit ihnen.

Die Kids sind in 4 Familien aufgeteilt, Family 1 und Family 2 sind die Jungs, Family 3 und Family 4 sind die Mädels. Wir sind meistens in Family 3 bei den kleinen Mädels eingeteilt, da hier oft Hilfe gebraucht wird. Einige der kleinen Mädels sind erst seit Juli hier im Heim und haben sich noch nicht ganz eingelebt, was öfters auch sehr herausfordernd ist. Bei diesen Kids merkt man noch, dass sie wirklich von der Straße kommen und man bekommt auch nochmal ein ganz anderes Bild davon, was es bedeutet ein Straßenkind zu sein.

Ihre Geschichten zu hören, ihre Wunden zu sehen, die sich in ihrem Verhalten widerspiegeln. All das ist nicht so einfach. Verletzte Kinder verletzen andere und ich muss mein Herz immer wieder von Gott ausfüllen lassen, damit ich diese Kids trotz allem lieben kann.

Aber ich bin überzeugt: WUNDEN ÜBER WUNDEN FOLGEN WUNDER ÜBER WUNDER, WEIL GOTT AUS ZERBROCHENEN HERZEN GESCHICHTE SCHREIBT.

Wenn man den Song hört, den eines der Mädchen mit der Gitarre selbst geschrieben hat. Wenn man die bewegenden Gedichte hört, die ein anderes Mädchen schreibt. Wenn man sieht wie ein ehemaliges Straßenkind selbständig in der Bibel liest, nicht weil sie muss, sondern einfach weil sie es selbst will… dann weiß man, dass es das alles wert ist. Auch wenn es manchmal hart ist. Auch wenn man manchmal keine Motivation hat. Auch wenn es manchmal unendlich weh tut.

Inzwischen habe ich mich relativ gut in meine Aufgaben eingefunden und auch Beziehung zu den Mädels aufgebaut, was echt cool ist.

Wir haben auch schon einige Aktionen mit den Kids gestartet, zum Beispiel Mangofloat und Munchkins (philippinischer Nachtisch) mit ihnen gemacht, hatten eine Beauty session und ein Fotoshooting. Ein Highlight war als wir Intern-Mädels (FSJler) alle bei den kleinen Mädels übernachtet haben.

IMG_20170910_151502.jpg

 

DSC00520

FEEDING

Mittwochs ist mein Feeding-Tag und da freue ich mich immer sehr drauf, denn ich liebe es rauzugehen zu den Kids auf der Straße und ihnen einfach Liebe weiterzugeben. Zuerst helfe ich beim Kochen und Vorbereiten mit und dann fahren wir an zwei Plätze in der Stadt, machen Programm mit den Kids und verteilen Essen.

Wir sind noch nichteinmal aus dem Jeepney ausgestiegen, und man ist schon umringt von Kindern. Alle wollen gleichzeitig auf den Arm genommen werden, alle haben so ein riesiges Loch in ihrem Herzen, alle haben einen unfassbaren Hunger nach Liebe. Ich sehe Dinge, die ich niemals sehen wollte und höre Geschichten, die ich niemals hören wollte…

Rea* ist eine Freundin von mir, die früher bei CFA im Kinderheim gelebt hat und jetzt wieder an einem der Plätze wohnt, an den wir jede Woche gehen. Sie ist genauso alt wie ich und doch sind unsere Leben so unterschiedlich. Sie wuchs sozusagen auf der Straße hier auf den Philippinen auf, ich wuchs in einem großen Haus mit einem wunderschönen Garten in Deutschland auf. Ihre Eltern sind drogenabhängig, meine Eltern haben mir eine traumhafte Kindheit und eine gute Zukunft ermöglicht. Sie hat auf der Straße im Dreck und Staub gespielt. Ich hatte eine perfekte Kindheit mit mehr als ich mir jemals wünschen könnte. Sie ist schon zweifache Mutter. Ich bin gerade mit der Schule fertig. Sie kämpft jeden Tag damit, sich selbst und ihre Familie durchzubringen. Ich kann mir vergleichsweise alles leisten was ich will.

Das alles zu sehen ist schon krass und wirft tausende Fragen in meinem Kopf auf: Warum ist sie hier geboren und ich in Deutschland? Wie kann es sein, dass manche Menschen ALLES haben und andere NICHTS? Und was kann ich darin tun, was kann ich wirklich bewirken?

„It is only by amazing grace you were born where you were. To be amazing grace to someone else born somewhere else.” -Ann Voskamp-

*Name geändert

DSC_0193

DSC_0133

DSC_0163

CEBUANO LESSON

Da viele Kids auf den Feedings und auch die neuen Kids im Heim so gut wie kein Englisch können, ist es sehr hilfreich Cebuano zu lernen. Ich habe jeden Dienstag Cebuano-Unterricht, wobei wir sehr viel Grammatik lernen um die Sprache auch wirklich zu verstehen. Wörter bringen uns oft auch die Kids im Heim bei.

JUGENDGEFÄNGNIS

Fast jeden Donnerstag darf ich mit ins Jugendgefängnis. Christ for Asia hat dort eine Ministry und macht mit den Jugendlichen Biblestudies. Ich bin immer bei dem Programm für die Mädels dabei. Danach haben wir einfach Zeit, um mit den Mädels zu reden und zu beten. Es ist krass, wie offen sie sind und wie gerne sie Gebet in Anspruch nehmen.

Wenn ich in die Gesichter dieser Mädels schaue sehe ich unzählige Geschichten. Geschichten der Frustration, der Verzweiflung, der Ablehnung und Zerbrochenheit. Geschichten der Einsamkeit, der Resignation. Geschichten der Hoffnungslosigkeit. Geschichten von Scham, Versagen, zerbrochenen Familien, Vaterlosigkeit, Schwierigkeiten und Schicksalsschlägen. Wenn ich in ihre Gesichter schaue sehe ich unzählige Fragen über Gott, das Leben, der Sinn hinter all dem.

Und trotz allem sieht man, wie sie tief in ihrem Inneren noch ein kleines bisschen Hoffnung haben. Hoffnung, die hervorgeholt, ausgebuddelt und freigesetzt werden muss. Hoffnung, die sie in Jesus finden, weil ER sich etwas Besseres für ihr Leben gedacht hat.

URLAUB

Im Oktober durften wir als Interns (insgesamt 9 Leute) zusammen in den Urlaub fahren. Wir waren im Süden Cebu’s in Oslob und Moalboal. Es war sehr gut, einfach mal ein paar Tage rauszukommen, das Landleben zu genießen, stundenlang im Meer zu schwimmen und einfach Zeit zusammen zu verbringen. Ein Highlight war eine Canyoneering-Tour bei den bekannten Kawasan Wasserfällen.

Wir verstehen uns als Interns alle echt gut, was ein großer Segen ist. Oft unternehmen wir auch in unserer Freizeit was zusammen, gehen in die Stadt, Burger essen, einkaufen,…

23633245_1502005119884121_891637986_o

DCIM100GOPROGOPR3305.

OUTING

Anfang des Monats sind wir für zwei Tage mit allen Kids weggefahren. Wir hatten verschiedene Lehreinheiten, Teambuilding-und Lobpreiszeiten und viel Zeit mit den Kids. Am Sonntag sind wir dann ans Meer gefahren und 19 Jungs und Mädels haben sich taufen lassen. Das war ein sehr besonderes Erlebnis zu sehen, wie diese Teens JA zu Jesus sagen und sich entscheiden, IHM für den Rest ihres Lebens nachzufolgen. Danach durften wir natürlich auch noch mit den Kids baden und einfach die Zeit am Strand genießen.

DSC_0243.JPG

DSC_0295.JPG

DSC_0506.JPG

DSC_0787.JPG

Diese Jugendlichen haben sich taufen lassen 🙂

Solche Momente mitzuerleben ist einfach der Wahnsinn. Auch wenn es manchmal unfassbar hart sein kann hier, ist es ein riesen Privileg, diese Erfahrung zu machen und in das Leben dieser Kids zu investieren.

GEBETSANLIEGEN

  • Motivation, Kraft und Weisheit im Umgang mit den Kids, vor allem in schwierigen Situationen
  • dass ich noch tiefere Beziehungen zu den Kids und Jugendlichen aufbauen darf
  • dass ich mit all dem Leid, dem ich hier begegne besser klarkomme
  • dass ich herausfinde, was Gott mit meinem Leben vorhat

Danke für alle Gebete und Ermutigung. Ich freue mich immer von euch zu hören.

Liebe Grüße

Dorina

Tell me your story

Jetzt ist bin ich schon fast einen Monat hier auf den Philippinen und es wird Zeit euch ein bisschen zu erzählen, wie es mir so geht und was ich bis jetzt so erlebt habe.

Die ersten 3 Wochen waren wir als Team von 11 Deutschen an verschiedenen Orten hier auf den Philippinen unterwegs. Wir hatten Einsätze in Schulen, auf der Straße, in Dörfern, in Gemeinden und auf anderen Inseln.

Wir haben viel erlebt, viel von diesem wunderschönen Land gesehen, durften uns gegenseitig und Gott besser kennen lernen und erfahren, wie ER uns gebraucht.

Hier ein paar Highlights der letzten Wochen:

FEEDINGS

Feedings sind für mich immer etwas ganz Besonderes. Rauszugehen auf die Straße und Kindern, die einfach NICHTS haben nicht nur Essen, sondern auch Liebe zu verteilen. Mit ihnen zu tanzen, zu spielen, zu lachen. Ihnen die größte Hoffnungsbotschaft ever zu bringen. Die Kinder auf der Straße sind so richtig richtig dreckig, sie stinken, sind aufgedreht und laut aber auch so richtig richtig süß und so unfassbar liebebedürftig. Ja, ihr Hunger ist krass aber noch viel viel krasser ist ihr Hunger nach Liebe.

IMG_2001.JPG

INSELEINSÄTZE

Ca. in der Mitte der 3 Wochen waren wir dann für 3 Tage auf der Insel Bohol. Da wir 2014 schon mal mit dem Team dort waren hab ich mich sehr auf diesen Einsatz gefreut. Das Coole aber auch Herausfordernde an Inseleinsätzen ist, dass alles nicht mehr so komfortabel ist (schlafen auf Isomatten,etc).

An einem Tag sind wir in ein Dorf gefahren in dem wir 2014 auch schon waren. Damals war das Dorf von einem schweren Erdbeben getroffen worden, viele Häuser waren zerstört worden, Menschen haben Familienmitglieder verloren. Besonders das Schicksal des „Bürgermeisters“ dort hat uns damals besonders berührt: Als das Erdbeben war, war er gerade bei seiner Arbeit. Ein riesiger Stein hat sein Haus einfach überrollt und er hat seine Frau und seine Kinder verloren. Man konnte richtig den Schmerz in seinen Augen sehen und wie schwer es für ihn war, inmitten dieser Umstände noch Hoffnung zu haben. Wir haben damals als Team für ihn gebetet und ihn jetzt wieder getroffen und erfahren, wie seine Geschichte weitergegangen ist: Heute ist er wieder verheiratet mit einer sehr netten, gläubigen Frau und hat eine kleine süße Tochter. Es war so beeindruckend zu sehen, was Gott in seinem Leben getan hatte und wie ER daraus eine Hoffnungsgeschichte geschrieben hat.

An unserem letzten Tag in Bohol hatten wir einen OFF-DAY und durften als Team schöne und erholsame Stunden an einem traumhaften Strand verbringen.

IMG_1558IMG_2839

Danach waren wir für 2 Tage auf Caubian, einer Insel die etwa so groß ist wie der Freudenstädter Marktplatz. Die meisten Männer dort sind Fischer und es gibt unzählige süße und neugierige Kinder. Nachmittags hatten wir dann einen Outreach, das heißt wir haben Actionsongs mit den Kids getanzt, unsere Tänze und unser Drama vorgeführt, kurze Geschichten aus unserem eigenen Leben erzählt, gepredigt und danach einfach mit den Leuten geredet und mit den Kids gespielt.

IMG_1923

GENERAL FELLOWSHIP

Das General Fellowship findet einmal pro Monat hier bei CFA statt. An einem Samstagnachmittag werden alle Kinder von den Feedings hier her aufs Gelände geholt. Im Voraus wird viel Gemüse geschnippelt, Reis gekocht und das Gelände wird schön hergerichtet.

Als Team haben wir mit den Kindern wieder unser Programm gemacht, Zeugnisse und eine Geschichte aus der Bibel erzählt. Dann haben die Kinder Essen bekommen, wir haben mit ihnen gespielt, geredet und einfach Zeit verbracht. Ein Tag auf den sich die Straßenkinder schon Tage vorher freuen. Ein Tag, an dem sie einfach mal rauskommen, einfach mal Kind sein dürfen, einfach mal Freude und Liebe erleben.

IMG_1340IMG_1324

TELL ME YOUR STORY

Unser Motto für die 3 Wochen war: „Tell me your story“. Wir wollten von Gottes Liebe erzählen und von der Hoffnung die ER für die Menschen hat, aber auch ganz bewusst zuhören, ihre Geschichten hören. Und überall wo wir hinkamen haben wir viele Geschichten gehört. Geschichten von Armut, Trauer und Leid, von Angst und Sorgen aber auch davon, wie Menschen Gott erlebt haben und wie ER aus zerbrochenen Herzen Geschichte schreiben kann.

Die letzten Tage habe ich viel Zeit mit den Kindern im Heim verbracht, ich war auf dem Feeding und im Jugendgefängnis dabei und durfte Zeit mit Freunden hier verbringen.

IMG_3143

Ab September beginnt dann auch bei mir der Alltag und ich freue mich darauf, bald wieder einen geregelten Tagesablauf zu haben. Ich werde dann 1 Tag in der Woche beim Feeding dabei sein und 4 Tage in der Woche im Kinderheim arbeiten: die Kinder wecken, sie zur Schule bringen, nach der Schule mit ihnen spielen oder bei den Hausaufgaben helfen, und einfach ZEIT mit ihnen verbringen.

Immer wieder merke ich wie viel ich eigentlich habe und was für ein Privileg das eigentlich ist. Wenn ich durch die Stadt fahre und Menschen sehe, die auf Pappkartons unter einer Brücke schlafen oder die Kids beim Feeding treffe wird mir bewusst, dass es tatsächlich Menschen gibt die einfach NICHTS haben. Und trotzdem strahlen viele inmitten dieser Umstände eine unglaubliche Freude aus. Definitiv etwas, das wir von ihnen lernen können…


GEBETSANLIEGEN

–        Einheit mit den anderen FSJ-lern, die morgen kommen

–        dass ich mich hier noch besser einlebe, in meine Aufgaben hineinwachse und wirklich von Gott gebraucht werde

–        dass ich gute Beziehungen zu den Kids aufbauen kann

–        dass ich im Glauben wachsen kann und Gott besser kennenlerne

–        dass Gottes Liebe die Motivation ist für alles was ich tu


Es ist so wichtig zu wissen, dass Menschen hinter einem stehen. Weg von ZUHAUSE zu sein, von allem Bekannten& Gewohnten, von Familie& Freunden ist um einiges schwerer als erwartet. Mir wird erst hier wirklich bewusst, was für ein wahnsinniges Privileg es ist, ein ZUHAUSE, eine Familie und Freunde zu haben. DANKE dafür und danke an alle die für mich beten& mich ermutigen. Das ist so wertvoll!

Liebe Grüße

Dorina

 

 

 

 

The journey starts…

Morgen ist es soweit. Ich werde für ca. 6 Monate auf die Philippinen gehen, genauer gesagt auf die Insel Cebu- ca. 10.000 km Luftlinie von hier.

Was ich dort mache?

Ich werde dort in Cebu City bei der Organisation „Christ for Asia“ mitarbeiten. Wie viele bereits wissen, war ich inzwischen schon 3 Mal dort. Jetzt ist es endlich soweit und ich darf eine längere Zeit dort verbringen. Dieses Land, diese Kultur, diese Menschen, diese Kinder haben mein Herz im Sturm erobert. Deshalb kann ich es jetzt auch kaum mehr erwarten endlich wieder dorthin zurückzugehen.

Auf der anderen Seite fällt es mir natürlich auch sehr schwer, hier in Deutschland Abschied zu nehmen- von meiner Familie, meinen Freunden, von den Menschen, die ich liebe.

In meinen Newslettern werde ich euch auf dem Laufenden halten, was bei mir so passiert.

Ich werde in einem Kinderheim für Straßenkinder mitarbeiten. Was genau meine Aufgaben sind erzähle ich euch dann wenn ich dort bin.

Die ersten 3 Wochen werde ich zuerst mit einem deutschen Team unterwegs sein. Wir werden verschiedene Einsätze in der Stadt, in Schulen, im Gefängnis und auf anderen Inseln haben. Wir haben verschiedene Tänze und Dramen vorbereitet und sind gespannt zu erleben, wie Gott uns gebrauchen wird.

Jetzt packe ich meinen Koffer mit großen Erwartungen, Träumen und einer tiefen Sehnsucht Gott in einer ganz neuen Weise zu erleben und IHN noch so viel besser kennenzulernen. Ich bin sehr gespannt, was Gott in dieser Zeit für mich bereithält. Ich erwarte Großes, denn ich glaube nur dann werde ich wirklich was erleben.

Ich freue mich über alle, die im Gebet hinter mir stehen. Es ist so wichtig zu wissen, dass Menschen für einen beten!

„Gebet ist nicht alles, aber ohne Gebet ist alles nichts.“

DANKE an alle, die in dieser Zeit für mich beten, an mich denken, mich unterstützen und ermutigen!

 

Liebe Grüße

Dorina