Liebe die sich verschenkt

„Was Liebe ist, haben wir an dem erkannt, was Jesus getan hat: Er hat sein Leben für uns hergegeben. Daher müssen auch wir bereit sein, unser Leben für unsere Geschwister herzugeben. Angenommen, jemand, der alles besitzt, was er zum Leben braucht, sieht seinen Bruder oder seine Schwester Not leiden. Wenn er sich ihnen nun verschließt und kein Erbarmen mit ihnen hat – wie kann da Gottes Liebe in ihm bleiben? Meine Kinder, unsere Liebe darf sich nicht in Worten und schönen Reden erschöpfen; sie muss sich durch unser Tun als echt und wahr erweisen.“ -1.Johannes 3:16-18-

Die Bibel sagt es ja eigentlich ziemlich klar. Sie bringt es gut auf den Punkt, was Gott unter Liebe versteht. Worauf warten wir also noch? Warum überlegen wir noch? Warum sitzen wir immernoch tatenlos in unseren bequemen Stühlen herum? Lieben wir Jesus? Ja. Behaupten wir zumindest. Besitzen wir mehr als wir zum Leben brauchen? Ich kann gar nicht zählen was ich alles besitze. Sehen wir Menschen in Not? Überall- wenn wir unsere Augen aufmachen.

Also lassen wir die Liebe in unseren Herzen zu Taten werden, die die Welt verändern. Lassen wir Liebe nicht nur Worte sein, sondern lassen wir sie leben indem wir geben, unsere Zeit einfach mal an andere verschenken, das teilen, was wir haben. Lassen wir unsere Liebe echt sein, indem wir unsere Augen nicht verschließen, wenn wir Not sehen. Verleihen wir unserer Liebe zu Jesus Ausdruck indem wir auf ein Stückchen Bequemlichkeit verzichten um uns an andere zu verschenken.

 

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Lecrae

Lecrae ist ein US-amerikanischer Gospel Rapper. Seine Geschichte ist beeindruckend. Er hat so ziemlich alles durchgemacht, was ein Mensch je durchmachen kann. Er hatte mehr zu kämpfen als sich viele je vorstellen können. Und trotzdem hat er Jesus gefunden. Oder eher: Jesus hat ihn gefunden. Hier ist seine Geschichte.

Es ist eine Geschichte für die, die zu kämpfen haben. Die mit Vaterlosigkeit, Zerbrochenheit, Abhängigkeiten oder Schmerz konfrontiert sind. Für die, die dem Leben gegenüberstehen. Eine Geschichte, die erzählt wie Schönheit aus Asche entsteht.

 “Der Geist Gottes, des HERRN, ruht auf mir, denn der HERR hat mich gesalbt, um den Armen eine gute Botschaft zu verkünden. ER hat mich gesandt, um die zu heilen, die ein gebrochenes Herz haben und zu verkündigen, dass die Gefangenen freigelassen und die Gefesselten befreit werden.

ER hat mich gesandt, um es den Trauernden zu ermöglichen, dass ihnen ein Kopfschmuck anstelle von Asche, Freudenöl anstelle von Trauerkleidern, und Lobgesang anstelle eines betrübten Geistes gegeben werde.“ –Jesus- (Jesaja 61:1-3)

Tatsache ist: JESUS kam für die Verlorenen, die Zerbrochenen, die Gefangenen, die Sklaven, für die, die nicht alles auf die Reihe bekommen. Für Menschen wie du und ich. Für Menschen wie Lecrae.

START INS LEBEN

Als Lecrae zur Welt kam, war seine Mutter gerade mal 23 Jahre alt und hatte sich schon von seinem Vater getrennt. Sein Vater war alkohol-und drogenabhängig und wurde immer schnell aggressiv.

Lecrae wuchs also ohne Vater auf. Seine Mutter zog oft mit ihm um, er lebte in verschiedenen Städten und fühlte sich nirgends Zuhause, gewollt, angenommen oder akzeptiert. Er kämpfte mit seinem Selbstwert und seiner Identität. Schon als Kind war er überzeugt, dass seine Probleme und sein Schmerz nicht zählten, dass es niemanden interessierte.

Aufgrund der Leere in seinem Herzen, benahm sich Lecrae oft „daneben“. Durch die Abwesenheit seines Vaters war ein Loch in seinem Leben und in seinem Herzen. “Jedes Kind will und braucht einen Vater, und meiner wollte nichts mit mir zu tun haben.”

Weil seinem Vater Drogen wichtiger waren als sein eigener Sohn, kämpfte Lecrae ständig mit seinem Selbstwert und versuchte Anerkennung bei anderen zu finden. Lecrae sehnte sich nach Vorbildern, die ihn verstanden und immer bei ihm blieben. Vorbilder, die seine Sprache sprachen und ihm die Wahrheit über das Leben erzählten. Genau an diesem Punkt begann Hiphop die Leere zu füllen, die sein Vater hinterlassen hatte. Für Lecrae wurde Musik sein Alles. Es war sozusagen seine Rettung. Doch manche Probleme im Leben sitzen zu tief, als dass Musik sie überwinden könnte.

ZUHAUSE

Als der Freund seiner Mutter eines Tages Lecrae’s Nase blutig schlug und auch andere Familienglieder ihn immer wieder verprügelten, wenn er etwas falsch gemacht hatte, fing Lecrae an, oft von Zuhause wegzurennen.Aber wohin rennst du, wenn du keinen Ort hast, an den du gehen kannst? Zuhause ist der Ort, wo Kinder hingehen können wenn sie verletzt sind, Angst haben oder verwirrt sind. Aber ich hatte nirgends.“

Zu dieser Zeit wollte Lecrae auch von Gott nichts wissen. In einer Welt wie seiner- voller Traumatas und Zerbrochenheit- war Gott irrelevant. Lecrae glaubte nicht, dass Gott existierte, geschweige denn sich für Leute wie ihn interessierte.

„Ich wünschte ich hätte gewusst, dass ich immer noch wertvoll und liebenswürdig war. Ich wünschte ich hätte gewusst, dass meine Würde nicht von meinen Umständen bestimmt wurde, sondern noch vor meiner Geburt in mich hineingebrannt war. Das was mir passierte verletzte meine Würde, aber es konnte sie mir nicht nehmen.“

AUßENSEITER

Lecrae’s künstlerische Seite und sein Talent fürs Rappen wurde schon entdeckt als er noch in die Grundschule ging. Da er aber immer dazugehören wollte, gab er seine künstlerischen Begabungen irgendwann auf. Zu dieser Zeit ging er noch auf eine Highschool, auf der er in seinen künstlerischen Talenten gefördert wurde, aber weil er sich dort nicht wohlfühlte und lieber mit seinen Freunden zusammen auf eine normale Schule gehen wollte, überredete Lecrae seine Mutter, ihn auf eine andere Schule zu schicken. Von da an vebrachte Lecrae viel Zeit mit seinen Kumpels auf der Straße, sie randalierten oder trieben schlimmere Dinge. Zu diesem Zeitpunkt hatte Lecrae keine Ahnung, wer er war. Das Einzige was er wusste war, dass er nirgends reinpasste, nirgends dazugehörte.

Als er schließlich mit seiner Mutter nach Dallas zog, hatte er plötzlich keine dunkelhäutigen Menschen mehr um sich herum. Seine Einsamkeit, Depression und Verzweiflung wurden schlimmer. Seine Bemühungen, seinen Platz zu finden führten dazu, dass er sich nur noch mehr alleine fühlte.

Um seine Einsamkeit zu vertreiben, fing Lecrae an, mehr Weed zu rauchen und mehr Alkohol zu trinken. Er traf sich mit vielen Mädels und versuchte Erfüllung in Beziehungen und Sex zu finden.

HEUTE SCHWACH SEIN

Lecrae fing an, in verschiedenen Religionen Antworten zu suchen. Zuerst schien der Islam für ihn Sinn zu ergeben. Aber nach einem Monat gab er es auf, weil sein Stand vor Gott von seinen eigenen Bemühungen abhing und er sich sicher war, dass er da  nicht mithalten konnte.

Lecrae wurde immer verzweifelter. Eines Tages kletterte er auf das Dach seines Hauses und wollte sich mit einer Glasscherbe die Pulsadern aufritzen, um sich selbst umzubringen. „Ich dachte, wenn das schwach ist, dann werde ich heute schwach sein. Ich habe Löcher in Türen geschlagen, ich habe Menschen ins Gesicht geschlagen. Was kann ich sonst noch tun, um meine Frustration loszuwerden? Es fühlte sich so an, als ob jeder Atemzug den ich nahm verschwendet war und ich wollte keinen weiteren mehr tun.“

Aber als er die Glasscherbe an seinen Arm presste, hielt ihn etwas zurück- Hoffnung. Sie war ganz schwach, aber sie war da. Lecrae hatte Hoffnung, dass irgendjemand ihn eines Tages von all dem retten würde.

Als Lecrae auf dem Dach war, rief seine Mutter die Polizei, die ihn schließlich davon überzeugen konnte, herunterzukommen. Nachdem die Polizei wieder gegangen war, sagte seine Mutter zu ihm: „Nichts was ich tue funktioniert. Nichts hilft dir. Jetzt kann dir nur noch Gott helfen.“ Und sie gab ihm eine Bibel in die Hand. Aber Lecrae riss die Seiten aus der Bibel heraus. Er versuchte, das Einzige zu zerstören, das ihn hätte retten können.

WOHIN GEHST DU?

Eines Tages, als Lecrae 16 Jahre alt war, kam er wieder einmal betrunken nach Hause, als er auf seinen Stiefvater traf. Mitten in der Nacht redete sein Stiefvater mit ihm und sagte ihm sehr deutlich, dass aus ihm und seinem Leben nie etwas werden würde, wenn er so weiterleben würde. Das gab Lecrae zu denken und von diesem Tag an, fing er an sein Leben zu ändern: Er meldete sich fürs College an.

An einem Wochenende fuhr Lecrae auf eine christliche Konferenz mit einigen Kommilitonen. Dort erlebte er die Liebe, die Gott für ihn hatte und vertraute sein Leben Jesus an. „Ich musste nicht mehr versuchen das Loch zu füllen, das mein Vater hinterlassen hatte. Ich hatte nun einen himmlischen Vater.Zum ersten Mal in meinem Leben fühlte ich so etwas wie eine  Bestimmung und Identität.“

ALTE GEFANGENSCHAFT

Jedoch lief nicht alles glatt, nachdem er sein Leben Jesus übergeben hatte. “Alte Gewohnheiten sterben nur schwer und wenn du nicht aufpasst, kann die Person, die du vorher warst die Person überwinden, die du versuchst zu werden.”

“Eine Person kann in einem Augenblick aus der Gefangenschaft befreit werden, aber es dauert ein Leben lang um die Gefangenschaft von der Person zu befreien.”

Lecrae versuchte sich Gerechtigkeit zu verdienen. Er fühlte sich gut, wenn er viele christliche Dinge tat und er fühlte sich schlecht wenn er beispielsweise morgens keine „Stille Zeit“ gemacht hatte. Er ging auf keine Party mehr und brach allen Kontakt zu nichtchristlichen Freunden ab. Für mehrere Monate befand er sich auf einem geistlichen Hoch. Doch dann, eines Tages, ging Lecrae wieder auf eine Party. Von da an begann er ein Doppelleben zu führen. Je mehr er Party machte, desto mehr rannte er von Gott weg und desto leerer fühlte sich sein Leben an.

Schließlich brach er das College ab und geriet in mehr Probleme und Schwierigkeiten als je zuvor. Jedoch versuchte Gott seine Aufmerksamkeit zu bekommen. „Ich machte viele Fehler aber ich war nicht alleine. Gott hatte meine Fehler gesehen aber er hatte mich nicht darin sitzen oder alleine gelassen. Und trotzdem war ich nicht bereit mich ihm hinzugeben. Loszulassen. Die Kontrolle abzugeben. Ich wollte immer noch meinen eigenen Weg gehen. Ich wollte Gott in meinem Leben, aber nur im Hintergrund. Ich gab die Hauptrolle nicht ab. Irgendwie ignorierte ich die Tatsache dass, wann immer ich die Führung übernahm ich alles vermasselte.” Lecrae hatte keine Ahnung, wie sehr er bald alles vermasseln würde, indem er den größten Fehler seines Lebens machte.

REHAB

Lecrae bekam die schockierende Nachricht: Seine Freundin war schwanger. Als er das hörte, versuchte er sofort sie zu überzeugen, das Baby abzutreiben was sie dann schließlich auch tat, obwohl sie es eigentlich nicht wollte. Für Lecrae war das die einzige “Lösung” für das “Problem”. Kurze Zeit später machte Lecrae dann Schluss mit ihr.

Danach versuchte Lecrae sich selbst umzubringen, indem er Pillen schluckte- aber erfolgslos. Er wachte wieder auf. Und wurde in ein Rehabilitationszentrum gebracht.

Im Rehabilitationszentreum fing Lecrae an die Bibel zu lesen und konnte nicht mehr damit aufhören. Endlich verstand er worum es wirklich ging. Er verstand wer Gott eigentlich ist. Und sein Leben begann sich zu ändern.

“Hinfallen ist nicht das Ende- solange du wieder aufstehst und weitermachst.”

Lecrae realisierte, dass Christsein nicht bedeutete, dass das Leben einfach ist: „In Wirklichkeit erlebst du mehr Versuchungen, nachdem du Christ geworden bist, nicht weniger. Jesus nachzufolgen bedeutet nicht, dass du über Nacht anfängst perfekt zu leben. Es bedeutet sicher nicht, dass sich deine Probleme in Luft auflösen. Anstatt dich von deinen Problemen oder Versuchungen zu befreien, bedeutet Jesus nachzufolgen einfach, dass du einen Ort hast- nein, eine Person- zu der du rennen kannst, wenn die Probleme oder Versuchungen kommen. Und dass du die Kraft hast, sie zu überwinden.“

UNASHAMED

“Denn ich schäme mich nicht für die gute Botschaft von Christus. Diese Botschaft ist die Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt.“ –Römer 1:16-

Lecrae lernte, sich nicht zu schämen. Sich nicht zu schämen dafür, dass er zerbrochen, bedürftig und hilflos war, dafür, dass er öfter hinfiel als Schritte nach vorne zu gehen. Und er lernte zuzugeben, dass er nicht mutig genug, hart genug und nicht stark genug war.

„Ich kann mich nicht selbst durch meine eigene Kraft retten. Oder durch härtere Arbeit oder indem ich mich selbst auf die Füße ziehe. Es gibt keine Frau, die mich retten kann. Keine Droge, die mich retten kann. Kein Programm und keine Klinik, die mich retten kann. Ich dachte nun nicht länger, dass ich Christ war, weil ich alles auf der Reihe hatte; ich wusste jetzt dass ich Christ war weil ich schwach bin und einen Retter brauche. Es gibt keine andere Kraft, die mich retten kann, als die Kraft Gottes.“

∼Zitate und Quelle: Lecrae’s Biografie “Unashamed”∼

 

 

Was ist Realität?

7:00 Uhr. Ich wache auf. In meinem eigenen Zimmer. In einem bequemen Bett. Ich laufe zu meinem Kleiderschrank und stelle mich der Herausforderung, unter den über 20 T-Shirts auszusuchen, welches ich denn heute anziehen möchte. Dann stelle ich mich unter die heiße Dusche, bevor ich in die Küche gehe um mir mein Frühstück zu machen: Müsli mit frischem Obst, Körnern und dazu ein Glas Multivitaminsaft. Das ist mein Alltag. So sieht mein Leben hier in Deutschland aus. Es ist vollkommen normal für mich. Genauso war es schon immer. Daran ist nichts Besonderes. Für mich.

Aber dass sich Millionen von Menschen das Leben, das ich führe nicht einmal vorstellen und wenn dann überhaupt nur davon träumen können, kommt mir oft gar nicht in den Sinn. Beziehungsweise verdränge ich es. Gekonnt. Denn Armut habe ich in meinem Leben eigentlich ja schon öfter gesehen. Extreme Armut. Und trotzdem “vergesse” ich immer wieder viel zu schnell, wie sehr sich das Leben dieser Menschen von meinem unterscheidet.

Sie wachen auf und fragen sich, ob sie heute überhaupt genug Geld haben, um etwas zu Frühstücken oder ob sie nicht einfach bis zum Mittagessen warten sollen. Auszusuchen, was sie anziehen sollen erweist sich für sie weniger herausfordernd, denn die Auswahl fällt deutlich geringer aus als bei mir. Fließendes Wasser gibt es nicht und warmes schon dreimal nicht. Das Wasser wird aus dem Brunnen geschöpft und geduscht wird dann mit kleinen Schöpfeimern.

Sie waschen ihre Kleidung mühevoll mit ihren Händen. Ich werfe meine Klamotten einfach nur in die Waschmaschine. Sie können teilweise nicht in die Schule gehen, weil sie das Schulgeld nicht bezahlen können. Ich durfte 13 Jahre kostenlose Schulbildung genießen. Sie können nicht davon träumen, was sie werden wollen, wenn sie groß sind, denn sie müssen froh sein, wenn sie überhaupt irgendwie Geld verdienen und sich über Wasser halten können. Mir hingegen stehen alle Möglichkeiten offen.

Millionen von Menschen leben weit von dem entfernt, was für uns völlig normal und selbstverständlich ist. Sie leben in einer anderen Realität. Oder vielleicht sollte ich eher sagen: Wir leben in einer anderen Realität. Eine Realität die nur für einen kleinen Prozentteil dieser Welt existiert.

Nur weil andere nicht haben, was wir haben müssen wir Luxus nicht vollkommen verdammen und ablehnen. Es bringt nichts, uns schlecht zu fühlen, weil wir auf der anderen Seite der Welt geboren wurden. Aber: Sehen wir denn überhaupt, was wir alles haben oder ist es für uns total selbstverständlich? Können wir wirklich dankbar dafür sein- jeden Tag? Es ist traurig, wenn wir denken wir hätten zu wenig und sich unser Leben darauf ausrichtet, immer noch mehr zu bekommen anstatt mal unsere Augen aufzumachen für die eigentliche REALITÄT der meisten Menschen in dieser Welt.

Und wenn wir anfangen, diese Realität zu sehen, lernen wir DANKBARKEIT. Denn FAMILIE. FREUNDE. ESSEN. FRISCHES TRINKWASSER. EIN ZUHAUSE. HOFFNUNG. PERSPEKTIVE. BILDUNG. GELIEBT ZU WERDEN sind nur ein paar Dinge, die NICHT selbstverständlich sind. Es sind unbegreifliche Geschenke, die ich lernen will, wertzuschätzen- jeden Tag.

 

A new definition of hope

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Hope.

What is hope?

Optimism?

Naivety?

Some nice words aiming at making you feel better?

An illusion so that we don’t feel  pain anymore?

Good ideas about how life could be but never will?

A fashionable word nowadays?

A dream that will never become reality?

Just a feeling that gives you power?

Some months ago I was at this point of my life:

“I need a new definition of hope. Hope is nothing that is in my heart just like this. Right now, there’s nothing left but discouragement. Emptiness. Senselessness. A million questions.

Hope is not a constant component in my heart. When I hear the word hope I could sometimes freak out.  Where is this hope??

I need a new definition of hope. Hope is nothing inside of me. For me hope is a quiet voice telling me: “Don’t give up.” People always say, “You gotta see the chance, the potential in this.” What chance? What potential? No, I can’t just always look on the bright side of life. I first gotta face this reality, this pain, this hurt, this emptiness, this hopelessness, this desperation. I first gotta realize this all before I say the word “Hope” again. I first need to find myself fallen into the loving arms of my savior before I ask: “What can I do?” I first gotta get real. Gotta run to my father. Gotta heal. I first gotta hear this voice again.

I need a new definition of hope.

All of what I ever believed in suddenly does not work like this anymore. It’s not just that easy anymore. Some things I just don’t understand. Some things are just too hard to accept. Some things seem impossible to deal with. Some pain cuts too deep to take it. Some things cause too many tears.  That’s why: I NEED A NEW DEFINITION OF HOPE: A definition of hope that surpasses all my pain and all the tears. A definition of hope that also applies in poverty and tragedy. A definition of hope that goes beyond my feelings of emptiness and loneliness, of frustration and desperation, of hopelessness and resignation.”

Then God himself promised me to give me a new definition of hope. But, that time, I didn’t have it yet. I didn’t know how to deal with so much pain, hurt and brokenness. How to get along with emptiness and desperation. How to face such poverty and so many tears. But I urgently needed it: This new definition of hope.

The only thing I knew or found out that time is: When you have no hope, there’s NOTHING you’ve got left. HOPE is fundamental for any life. The basis of it all. Nothing works without hope. You can’t do anything without hope. I guess the only thing that kept me going that time, in the midst of so much hurt and brokenness, so much poverty and desperation was THE POWER OF GOD’S GRACE. It couldn’t be anything else…

But then, after several months of searching and waiting I finally found my NEW DEFINITION OF HOPE. God had kept his promise and he showed me some very powerful words that taught me what hope actually is:

“TAKE COURAGE MY HEART. STAY STEADFAST MY SOUL. HE’S IN THE WAITING, HE’S IN THE WAITING. HOLD ON TO YOUR HOPE, WATCH YOUR TRIUMPH UNFOLD. HE’S NEVER FAILING, HE’S NEVER FAILING.”- Take courage. Bethel music.-

Searching for a new definition of hope I was always looking for answers. But hope doesn’t mean to get all the answers I seek; it doesn’t mean that all these tricky questions have suddenly dissolved. Moreover, hope doesn’t mean that the pain I feel is gone now, that times of struggles, pain and challenges are over now.

HOPE rather means to ENDURE, to HOLD ON in the midst of my pain, my hurt, my challenges, struggles, disasters, difficulties- in the midst of all the things that are breaking me down, throwing me to the ground , leaving me there- surrounded by a million broken pieces.

HOPE is knowing that God is never failing in the midst of our struggles. It means to wait and to not give up because we know that God is there and God is moving while we’re waiting. And that one day we will watch our triumph unfold. One day we will have victory.

HOPE is what keeps us going. HOPE motivates us. HOPE empowers us. It enables us to think higher, dream bigger, reach further. HOPE gives us vision to see things like God sees. It makes us wait on a miracle. HOPE makes us to believe in the sun even if it isn’t shining, to believe in love even when we’re alone, to believe in God even when HE is silent.

I am sensing a new dimension of life. I am sensing a new definition of hope. A hope that is independent from circumstances. HOPE no matter what. HOPE because I believe that God is who HE says HE is. And I will search for this hope over and over again. The future looks bright, I see the lights on.


EINE NEUE DEFINITION DER HOFFNUNG

Hoffnung.

Was ist Hoffnung?

Optimismus?

Naivität?

Einfach ein paar schöne Worte,

die dir helfen sollen dich besser zu fühlen?

Eine Illusion, damit wir den Schmerz nicht mehr fühlen?

Gute Ideen, wie das Leben sein könnte,

aber doch niemals sein wird?

Ein Wort das „in“ ist?

Ein Traum, der niemals Realität sein wird?

Einfach ein Gefühl, das dir Kraft gibt?

 

Vor einigen Monaten war ich an diesem Punkt meines Lebens:

„Ich brauche eine neue Definition der Hoffnung. Hoffnung ist nichts, das einfach so in meinem Herzen ist. Gerade jetzt ist nichts als Entmutigung übrig. Leere. Sinnlosigkeit. Eine Millionen Fragen.

Hoffnung ist kein fester Bestandteil in meinem Herzen. Wenn ich das Wort Hoffnung höre, würde ich manchmal am liebsten austicken. Wo ist diese Hoffnung?

Ich brauche eine neue Definition der Hoffnung. Hoffnung ist nicht irgendetwas in mir drinnen. Für mich ist Hoffnung eine leise Stimme die mir sagt: „Gib nicht auf.“ Manche Menschen sagen immer, „Du musst die Chance, das Potential darin sehen.“ Welche Chance? Welches Potential? Nein, ich kann nicht einfach immer auf die schöne Seite des Lebens schauen. Ich muss mich zuerst dieser Realität stellen, diesem Schmerz, dieser Leere, dieser Hoffnungslosigkeit, dieser Verzweiflung. Ich muss das erst alles realisieren bevor ich das Wort „Hoffnung“ wieder benutze. Ich muss mich zuerst in die liebenden Arme meines Retters fallen lassen, bevor ich frage: „Was kann ich tun?“ Ich zuerst echt werden, ehrlich sein. Zu meinem Vater rennen. Heilen. Ich muss zuerst diese Stimme wieder hören.

Ich brauche eine neue Definition der Hoffnung.

Alles woran ich immer geglaubt habe, funktioniert auf einmal nicht mehr einfach so. Es nicht mehr so einfach. Manche Dinge kann ich einfach nicht verstehen. Manche Dinge sind zu schwer zu akzeptieren. Manche Dinge scheinen zu hart, um damit klarkommen zu können. Mancher Schmerz schneidet so tief.  Manche Dinge lösen viel zu viele Tränen aus. Deshalb brauche ich EINE NEUE DEFINITION DER HOFFNUNG: Eine Definition der Hoffnung die über all meinen Schmerz und meine Tränen hinausgeht. Eine Definition der Hoffnung die auch in Armut und Tragödien gilt. Eine Definition der Hoffnung die weiter reicht als meine Gefühle der Leere und Einsamkeit, der Frustration und Verzweiflung, der Hoffnungslosigkeit und Resignation.“

Gott selbst hat mir versprochen, mir eine neue Definition der Hoffnung zu geben. Aber zu dieser Zeit hatte ich sie noch nicht. Ich wusste nicht, wie ich mit so viel Leid, Schmerz und Zerbrochenheit umgehen sollte. Wie ich mit Leere und Verzweiflung klarkommen sollte. Wie ich mit so viel Armut und so vielen Tränen klarkommen sollte. Aber ich habe sie dringend gebraucht: Diese neue Definition der Hoffnung.

Das einzige, dass ich wusste oder herausfand in dieser Zeit war: Wenn du keine Hoffnung mehr hast, dann hast du einfach gar NICHTS mehr. HOFFNUNG ist fundamental für jedes Leben. Die Basis von allem. Nichts funktioniert ohne Hoffnung. Ich glaube, das einzige, dass mich in dieser Zeit hat weitermachen lassen, war DIE KRAFT DER GNADE GOTTES. Es kann nichts anderes sein…

Doch dann, nach mehreren Monaten des Suchens und des Wartens habe ich endlich meine NEUE DEFINITION DER HOFFNUNG GEFUNDEN. Gott hatte sein Versprechen gehalten und mir ein paar sehr kraftvolle Worte gezeigt, die mir beigebracht haben, was Hoffnung überhaupt bedeutet:

“TAKE COURAGE MY HEART. STAY STEADFAST MY SOUL. HE’S IN THE WAITING, HE’S IN THE WAITING. HOLD ON TO YOUR HOPE, WATCH YOUR TRIUMPH UNFOLD. HE’S NEVER FAILING, HE’S NEVER FAILING.” – Take courage. Bethel music.-

Als ich nach einer neuen Definition der Hoffnung gesucht habe, habe ich immer nach Antworten geschaut. Aber Hoffnung bedeutet nicht, dass ich all die Antworten bekomme, die ich suche; es bedeutet nicht, dass sich all diese schwierigen Fragen auf einmal in Luft aufgelöst haben. Auch bedeutet es nicht, dass der Schmerz, den ich fühle jetzt verschwunden ist, dass die Zeiten der Schwierigkeiten, des Schmerzes und der Herausforderungen nun um sind.

HOFFNUNG bedeutet vielmehr DURCHZUHALTEN, DRANZUBLEIBEN in mitten meines Leids, meinem Schmerz, meinen Herausforderungen, Schwierigkeiten, Katastrophen, Problemen- in mitten von all den Dingen, die mich zerbrechen, mich zu Boden werfen und mich dort umgeben von Millionen zerbrochenen Teilchen liegen lassen.

HOFFNUNG bedeutet zu wissen, dass Gott niemals versagt in unseren Schwierigkeiten. Es bedeutet zu warten und nicht aufzugeben, weil wir wissen, dass Gott da ist und dass Gott wirkt während wir warten. Und dass wir dann eines Tages zuschauen, wie unser Triumph durchbricht. Eines Tages werden wir den Sieg haben.

HOFFNUNG ist das, was uns weitermachen lässt. HOFFNUNG motiviert uns. HOFFNUNG gibt uns Kraft. Sie befähigt uns, höher zu denken, größer zu träumen, weiter zu greifen. HOFFNUNG gibt uns Vision, die Dinge so zu sehen, wie Gott sie sieht. Sie lässt uns auf ein Wunder warten. HOFFNUNG hilft uns an die Sonne zu glauben, auch wenn sie nicht scheint, an Liebe zu glauben, auch wenn wir alleine sind, an Gott zu glauben, auch wenn ER nichts sagt.

Ich spüre eine neue Dimension des Lebens. Ich fühle eine neue Definition der Hoffnung. Eine Hoffnung die unabhängig ist von den Umständen. HOFFNUNG, egal was ist. HOFFNUNG, weil ich glaube, dass Gott ist, wer er sagt, dass er ist. Und ich werde nach dieser HOFFNUNG suchen, immer und immer wieder.

News aus Cebu

Was im letzten Monat so ging

Im Dezember jagte eine Christmas Party die nächste. Angefangen hat es schon in der ersten Dezemberwoche mit einer Weihnachtsfeier im Jugendgefängnis. Dort haben wir ein Programm mit Liedern, einem Drama, einer Botschaft und Spielen gemacht und am Ende gab es natürlich auch noch Essen, Geschenke und wir hatten Zeit, um noch ein bisschen mit den Jugendlichen zu reden.

Zusammen als Intern-Girls haben wir die Mädels, die in den letzten 3 Monaten Geburtstag hatten zum Jollibee eingeladen (das ist sowas Ähnliches wie McDonald’s). Die Mädels lieben es, wenn sie mal rauskommen. Nach unserem Essen im Jollibee gab’s noch für jeden ein Eis auf dem Fuente (Riesenkreisverkehr in der Stadt).

sdr

An einem Samstag war die sogenannte “Christmas Convention”. Das ist eine Weihnachtsfeier, an der verschiedene Hilfsorganisationen, die auch mit Straßenkindern arbeiten, teilgenommen haben. Alle Organisationen bringen also ihre Kids mit und dann gibt es verschiedene Tanz-und Liedvorführungen, Spiele und gemeinsames Essen.

Die Staff Christmas Party, also die Weihnachtsfeier mit allen Mitarbeitern hier, stand unter dem Motto “Celebrating the Christ of all times”. Dazu waren wir schon im Voraus in Gruppen eingeteilt und mussten passende Anspiele vorbereiten, die letztendlich echt lustig waren. Außerdem gab es natürlich gutes Essen und es wurde gewichtelt, wodurch wenigstens ein bisschen Weihnachtsstimmung bei mir aufkam.

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Auch gab es eine Christmas Party mit allen Kids aus den Heimen und mit den Kids die hier zur Schule gehen. Wir haben zusammen Abendgegessen, Spiele gespielt und es gab einen Lobpreisabend bei dem dann am Ende alle zusammen abgedanct haben. Die Stimmung war ausgelassen und es war megaschön zu sehen, wie viel Spaß die Kids und Jugendlichen hatten.

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Über Weihnachten waren wir Interns dann alle zusammen im Urlaub auf Bohol. Wir haben die freien Tage zusammen sehr genossen, waren stundenlang im Meer baden und durften viele schöne Dinge im Land sehen, wie z.B. die Chocolate Hills, die kleinsten Affen der Welt (Tarsier), Reisterassen und Wasserfälle.

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Silvester haben wir mit den Kids gefeiert, die für die Ferien aus verschiedenen Gründen nicht nach Hause zu ihren Familien gehen konnten/durften. Nach dem Essen haben wir zusammen Marshmellows gegrillt, was die Kids echt geliebt haben. Danach haben wir Spiele gespielt und alle zusammen einen Film angeschaut. Um 23 Uhr gab es nochmal Essen für alle bevor wir dann aufs Rooftop (Dachterrasse) gegangen sind um das Feuerwerk anzuschauen. Es war so süß zu sehen, wie sich vor allem die Kleinen an dem Feuerwerk gefreut haben und den ganzen Abend einfach voll genossen haben.

Was mich sonst noch so beschäftigt

Obwohl ich das alles hier ja schon ein Stück weit kannte, ist es krass für mich zu sehen, wie normal es für mich geworden ist hier zu sein. Ich habe die Kids schon sehr ins Herz geschlossen. Auch wenn es immer noch manchmal anstrengend ist oder ich nicht immer so viel Motivation habe, sind diese Kids einfach Teil meines Lebens geworden und nicht mehr so einfach wegzudenken. Das Wertvollste ist es einfach Beziehungen zu ihnen aufzubauen, Zeit zu haben, um mit ihnen zu spielen und zu reden, ihnen die Liebe und Aufmerksamkeit zu geben, die sie auf der Straße nie bekommen haben.

In diesem Monat war ich auch öfters mal in Downtown unterwegs. Downtown ist die Innenstadt Cebus, dort, wo die Straßen immer voll und laut sind, dort, wo es die günstigsten Klamotten gibt, dort wo ganze Familien direkt auf der Straße leben, Babies im Dreck spielen und Straßenkinder dich anbetteln. Da wird einem dann immer bewusst, wie viele Kinder es noch gibt, denen geholfen werden muss. Ja, es gibt noch so viel mehr zu tun. Jedes einzelne dieser Kinder hat das Recht auf ein Leben in Würde. Und dafür lohnt es sich zu kämpfen, dafür lohnt es sich, Verletzungen einzustecken, dafür lohnt es sich, mich immer wieder selbst zu pushen, wenn ich mal keine Motivation und Liebe habe, dafür lohnt es sich.

Jetzt ist das Jahr 2017 schon um und ich habe so viel Grund DANKBAR zu sein für das was Gott in diesem Jahr, aber auch vor allem in der Zeit, die ich bis jetzt hier verbracht habe, schon getan hat. Ich durfte schon viel lernen hier und unzählige (kleine) Wunder erleben, die einem erst so richtig auffallen, wenn man mal zurückschaut. Trotz manch harter Zeiten ist es unfassbar, wie viel Gutes ich schon erlebt habe.

Ich hoffe ihr könnt auch zurückblicken und die vielen kleinen Wunder entdecken, die Gott im letzten Jahr getan hat. Ich wünsche euch ein gutes und gesegnetes neues Jahr! Erwartet Großes, denn Gott hält so viel für euch bereit!

GEBETSANLIEGEN

-dass ich die Zeit gut nutzen kann, die ich hier noch habe

-dass Gott mich noch weiter verändert und an mir arbeitet

-dass  ich Gottes Stimme höre, was er danach mit  mir vorhat

 

Eure Ermutigung und Gebete bedeuten mir sehr viel! Danke dafür!

Liebe Grüße

Dorina

An jedem einzelnen Tag

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An jedem einzelnen Tag, will ich bewusster leben, weil ich weiß, dass jeder Tag ein Wunder und ein unglaubliches Geschenk ist. Ich will weniger kritisch mit mir selbst und anderen sein, will meinen Schmerz zulassen und reflektieren, aber mich nicht darin verlieren, sondern auch immer wieder aufschauen und die Freude und Hoffnung sehen, die auf mich wartet. Ich will mehr träumen und weniger zweifeln, mehr wagen und weniger zagen, will ins kalte Wasser springen, auch wenn ich nicht weiß was mich erwartet und mir selbst erlauben auch mal Fehler zu machen.

Ich will in Menschen investieren und Beziehungen leben, will Fragen stellen, die mich und andere weiterbringen. Ich will Geschichten schreiben, die es wert sind erzählt zu werden. Ich will die Menschen um mich herum mehr wahrnehmen und mit offenen Augen durchs Leben gehen, will über den Tellerrand hinaussehen und Gott erlauben meine Welt zu crashen, auch wenn das jedes Mal unfassbar weh tut. Ich will mir selbst erlauben tiefer zu fühlen, weiter zu sehen, lebendig zu sein.

Ich will mehr aus Liebe tun und mich nicht in Zweifeln verlieren, will nicht verbittert sein, sondern in Freiheit leben. Ich will Dinge tun, die ich noch nie getan habe, und Geschichten erzählen, die ich noch nie erzählt habe. Ich will mir selbst erlauben mehr zu träumen, mehr zu lieben auch wenn das bedeutet verletzt zu werden, mehr zu lachen und auch mehr zu weinen, öfter ja zu sagen zu Gottes Träumen und Nein zu Satans Lügen. Ich will nicht mein Dasein fristen und die Zeit verstreichen lassen, sondern ich will heute leben und die Welt verändern.

Ich will durchs Leben tanzen, will Neues wagen, den Moment genießen und auch in harten Zeiten niemals aufgeben. Ich will immer und immer wieder aufstehen und weitergehen.

Ich will wegzoomen und die Welt in den Blick nehmen, aus Gottes Perspektive sehen und auf die Ewigkeit schauen. Ich will immer wieder mein Herz Gott hinhalten, es von IHM formen und verändern, heilen und mit Leben füllen lassen.

Ich will mehr vertrauen und mehr wagen, will mutiger sein und weniger zögern. Ich will mein Herz offen halten, damit Gott mir so begegnen kann, wie ER es will. Heute und an jedem einzelnen Tag.

News aus Cebu

Der November ist schon fast wieder vorbei und somit ist es höchste Zeit euch daran teilhaben zu lassen, was ich hier eigentlich mache und was ich so erlebe. Zunächst einmal zu meinem Alltag. Ich arbeite 4 Tage in der Woche 8 Stunden im Mädelsheim und darf einen Tag in der Woche mit aufs Feeding. 2 Tage in der Woche habe ich frei, an denen es viel in der Stadt zu sehen und zu erleben gibt.

ALLTAG

Es ist 4:40 morgens und mein Wecker klingelt. Aufstehen, mich anziehen, Zähne putzen und schnell noch eine Scheibe Toastbrot reinschieben und dann ab geht’s ins Girlshome zur Morning Duty: Zuerst helfe ich das Frühstück vorzubereiten, dann wecke ich die Mädels auf. Es gibt eine Morgenandacht, danach Frühstück und schließlich geht es ab in die Schule.

Wenn ich Afternoon Duty habe, fange ich um 13 Uhr an mit arbeiten. In den ersten paar Stunden ist dann nicht so viel los, da normalerweise alle Kids in der Schule sind. Wenn die Kids heimkommen, spiele ich mit ihnen, helfe ihnen bei den Hausaufgaben oder beim Zimmeraufräumen und verbringe einfach ZEIT mit ihnen.

Die Kids sind in 4 Familien aufgeteilt, Family 1 und Family 2 sind die Jungs, Family 3 und Family 4 sind die Mädels. Wir sind meistens in Family 3 bei den kleinen Mädels eingeteilt, da hier oft Hilfe gebraucht wird. Einige der kleinen Mädels sind erst seit Juli hier im Heim und haben sich noch nicht ganz eingelebt, was öfters auch sehr herausfordernd ist. Bei diesen Kids merkt man noch, dass sie wirklich von der Straße kommen und man bekommt auch nochmal ein ganz anderes Bild davon, was es bedeutet ein Straßenkind zu sein.

Ihre Geschichten zu hören, ihre Wunden zu sehen, die sich in ihrem Verhalten widerspiegeln. All das ist nicht so einfach. Verletzte Kinder verletzen andere und ich muss mein Herz immer wieder von Gott ausfüllen lassen, damit ich diese Kids trotz allem lieben kann.

Aber ich bin überzeugt: WUNDEN ÜBER WUNDEN FOLGEN WUNDER ÜBER WUNDER, WEIL GOTT AUS ZERBROCHENEN HERZEN GESCHICHTE SCHREIBT.

Wenn man den Song hört, den eines der Mädchen mit der Gitarre selbst geschrieben hat. Wenn man die bewegenden Gedichte hört, die ein anderes Mädchen schreibt. Wenn man sieht wie ein ehemaliges Straßenkind selbständig in der Bibel liest, nicht weil sie muss, sondern einfach weil sie es selbst will… dann weiß man, dass es das alles wert ist. Auch wenn es manchmal hart ist. Auch wenn man manchmal keine Motivation hat. Auch wenn es manchmal unendlich weh tut.

Inzwischen habe ich mich relativ gut in meine Aufgaben eingefunden und auch Beziehung zu den Mädels aufgebaut, was echt cool ist.

Wir haben auch schon einige Aktionen mit den Kids gestartet, zum Beispiel Mangofloat und Munchkins (philippinischer Nachtisch) mit ihnen gemacht, hatten eine Beauty session und ein Fotoshooting. Ein Highlight war als wir Intern-Mädels (FSJler) alle bei den kleinen Mädels übernachtet haben.

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FEEDING

Mittwochs ist mein Feeding-Tag und da freue ich mich immer sehr drauf, denn ich liebe es rauzugehen zu den Kids auf der Straße und ihnen einfach Liebe weiterzugeben. Zuerst helfe ich beim Kochen und Vorbereiten mit und dann fahren wir an zwei Plätze in der Stadt, machen Programm mit den Kids und verteilen Essen.

Wir sind noch nichteinmal aus dem Jeepney ausgestiegen, und man ist schon umringt von Kindern. Alle wollen gleichzeitig auf den Arm genommen werden, alle haben so ein riesiges Loch in ihrem Herzen, alle haben einen unfassbaren Hunger nach Liebe. Ich sehe Dinge, die ich niemals sehen wollte und höre Geschichten, die ich niemals hören wollte…

Rea* ist eine Freundin von mir, die früher bei CFA im Kinderheim gelebt hat und jetzt wieder an einem der Plätze wohnt, an den wir jede Woche gehen. Sie ist genauso alt wie ich und doch sind unsere Leben so unterschiedlich. Sie wuchs sozusagen auf der Straße hier auf den Philippinen auf, ich wuchs in einem großen Haus mit einem wunderschönen Garten in Deutschland auf. Ihre Eltern sind drogenabhängig, meine Eltern haben mir eine traumhafte Kindheit und eine gute Zukunft ermöglicht. Sie hat auf der Straße im Dreck und Staub gespielt. Ich hatte eine perfekte Kindheit mit mehr als ich mir jemals wünschen könnte. Sie ist schon zweifache Mutter. Ich bin gerade mit der Schule fertig. Sie kämpft jeden Tag damit, sich selbst und ihre Familie durchzubringen. Ich kann mir vergleichsweise alles leisten was ich will.

Das alles zu sehen ist schon krass und wirft tausende Fragen in meinem Kopf auf: Warum ist sie hier geboren und ich in Deutschland? Wie kann es sein, dass manche Menschen ALLES haben und andere NICHTS? Und was kann ich darin tun, was kann ich wirklich bewirken?

„It is only by amazing grace you were born where you were. To be amazing grace to someone else born somewhere else.” -Ann Voskamp-

*Name geändert

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CEBUANO LESSON

Da viele Kids auf den Feedings und auch die neuen Kids im Heim so gut wie kein Englisch können, ist es sehr hilfreich Cebuano zu lernen. Ich habe jeden Dienstag Cebuano-Unterricht, wobei wir sehr viel Grammatik lernen um die Sprache auch wirklich zu verstehen. Wörter bringen uns oft auch die Kids im Heim bei.

JUGENDGEFÄNGNIS

Fast jeden Donnerstag darf ich mit ins Jugendgefängnis. Christ for Asia hat dort eine Ministry und macht mit den Jugendlichen Biblestudies. Ich bin immer bei dem Programm für die Mädels dabei. Danach haben wir einfach Zeit, um mit den Mädels zu reden und zu beten. Es ist krass, wie offen sie sind und wie gerne sie Gebet in Anspruch nehmen.

Wenn ich in die Gesichter dieser Mädels schaue sehe ich unzählige Geschichten. Geschichten der Frustration, der Verzweiflung, der Ablehnung und Zerbrochenheit. Geschichten der Einsamkeit, der Resignation. Geschichten der Hoffnungslosigkeit. Geschichten von Scham, Versagen, zerbrochenen Familien, Vaterlosigkeit, Schwierigkeiten und Schicksalsschlägen. Wenn ich in ihre Gesichter schaue sehe ich unzählige Fragen über Gott, das Leben, der Sinn hinter all dem.

Und trotz allem sieht man, wie sie tief in ihrem Inneren noch ein kleines bisschen Hoffnung haben. Hoffnung, die hervorgeholt, ausgebuddelt und freigesetzt werden muss. Hoffnung, die sie in Jesus finden, weil ER sich etwas Besseres für ihr Leben gedacht hat.

URLAUB

Im Oktober durften wir als Interns (insgesamt 9 Leute) zusammen in den Urlaub fahren. Wir waren im Süden Cebu’s in Oslob und Moalboal. Es war sehr gut, einfach mal ein paar Tage rauszukommen, das Landleben zu genießen, stundenlang im Meer zu schwimmen und einfach Zeit zusammen zu verbringen. Ein Highlight war eine Canyoneering-Tour bei den bekannten Kawasan Wasserfällen.

Wir verstehen uns als Interns alle echt gut, was ein großer Segen ist. Oft unternehmen wir auch in unserer Freizeit was zusammen, gehen in die Stadt, Burger essen, einkaufen,…

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OUTING

Anfang des Monats sind wir für zwei Tage mit allen Kids weggefahren. Wir hatten verschiedene Lehreinheiten, Teambuilding-und Lobpreiszeiten und viel Zeit mit den Kids. Am Sonntag sind wir dann ans Meer gefahren und 19 Jungs und Mädels haben sich taufen lassen. Das war ein sehr besonderes Erlebnis zu sehen, wie diese Teens JA zu Jesus sagen und sich entscheiden, IHM für den Rest ihres Lebens nachzufolgen. Danach durften wir natürlich auch noch mit den Kids baden und einfach die Zeit am Strand genießen.

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Diese Jugendlichen haben sich taufen lassen 🙂

Solche Momente mitzuerleben ist einfach der Wahnsinn. Auch wenn es manchmal unfassbar hart sein kann hier, ist es ein riesen Privileg, diese Erfahrung zu machen und in das Leben dieser Kids zu investieren.

GEBETSANLIEGEN

  • Motivation, Kraft und Weisheit im Umgang mit den Kids, vor allem in schwierigen Situationen
  • dass ich noch tiefere Beziehungen zu den Kids und Jugendlichen aufbauen darf
  • dass ich mit all dem Leid, dem ich hier begegne besser klarkomme
  • dass ich herausfinde, was Gott mit meinem Leben vorhat

Danke für alle Gebete und Ermutigung. Ich freue mich immer von euch zu hören.

Liebe Grüße

Dorina