Sklaverei abgeschafft?

Sklaverei wurde abgeschafft, denken wohl einige. Sklaven gab es früher. Sklaven, die die Hausarbeit erledigt haben oder den Hof kehren mussten. Oder Sklaven, die damals unsere Kirchen gebaut haben. Aber Sklaverei gibt es auch heute noch, im 21.Jahrhundert. Nur in einer anderen Art. Und in einem völlig anderen Ausmaß.
Die heutige Sklaverei heißt Menschenhandel und einer der größten Märkte darauf ist der Sexhandel mit der „Ware Mensch“.
Und auf diesem Markt gibt es mehr Sklaven denn je in der Geschichte der Menschheit. Aber warum? Was ist Menschenhandel überhaupt und woher kommen diese Menschen? Ein Versuch, diese krasse Ungerechtigkeit etwas kürzer und heruntergebrochen zu erklären.

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Als Menschenhandel bezeichnet man den illegalen Handel von Menschen zur Zwangsarbeit und zur sexuellen Ausbeutung. Dabei sind Frauen und Kinder die begehrteste Ware im Supermarkt Mensch.

Die Rekrutierung der „Ware Mensch“ findet in so genannten „Push-Countries“, statt, also hauptsächlich in den Ländern, in denen die Menschen teilweise in Armut leben, geringere Chancen haben, es keine Arbeitsplätze gibt, und somit auch keine Perspektive und Hoffnung. Zu diesen Ländern gehören bspw. viele ärmere Länder Europas wie Moldawien, Albanien, Rumänien, Bulgarien oder Russland aber auch viele weniger entwickelte oder unterentwickelte Länder dieser Welt.

In diesen Ländern haben Menschenhändler ein leichtes Spiel. Aufgrund wirtschaftlicher und finanzieller Not sind viele Frauen bereit ins Ausland zu gehen. Menschenhändler versprechen diesen Frauen einen guten Job und ein gutes Einkommen und aus ihrer Notlage heraus lassen sie sich darauf ein. Auch ethnische Minderheiten sind besonders gefährdet, da sie aufgrund ihrer Herkunft ohnehin schon unter schwierigen Bedingungen leben. Ebenso sind Menschenrechtsverletzungen, Kriege und zerbrochene Sozialsysteme bester Nährboden für moderne Sklaverei.

Auch weit verbreitet ist die Methode „Loverboy“: Gut aussehende junge Männer spielen jungen Frauen vor, dass sie sie wirklich lieben. Die Frau lässt sich auf den jungen Mann ein und weil er sie ja wirklich liebt, tut sie alles, was er von ihr verlangt…

Was die Frauen dann in Deutschland, der Schweiz oder den Niederlanden vorfinden ist etwas völlig anderes als das, was ihnen versprochen wurde. So landen sie in Bordellen und verlieren von da an nicht nur ihre Freiheit sondern auch ihre Würde.

Menschenhandel ist eine kriminelle Industrie, die mehr boomt als jede andere. Denn anders als beim Drogen-oder Waffenhandel, kann die Ware „Mensch“ immer und immer wieder verkauft werden.

Alle 30 Sekunden wird ein Mensch Opfer der modernen Sklaverei.

Aber was können wir dagegen tun?

Zunächst einmal muss diese Thematik von unserer Gesellschaft als Problem erkannt werden. Um darauf aufmerksam zu machen findet MORGEN der alljährliche „Walk for Freedom“ statt. Zum Beispiel in Stuttgart oder auch in vielen anderen Städten in Deutschland und weltweit. Dies ist ein Schweigemarsch in dem viele Menschen gemeinsam- egal ob jung oder alt- in einer Reihe hintereinander durch die Innenstadt laufen um die Realität Millionen von Menschen aufzuzeigen und denen eine Stimme zu verleihen, die selbst keine mehr haben.

Mehr Informationen findest du hier  und auf Walk For Freedom Stuttgart

It all starts with one decision. To show up. To be aware. To tell others. That slavery still exists, but we have the power to change that. It takes local action to make a global difference​.- A21-

Menschenhandel. Diese Ungerechtigkeit darf nicht länger unsichtbar bleiben. Sie darf nicht länger von unserer Gesellschaft ignoriert werden. Sie darf nicht mehr unter den Teppich gekehrt werden. Es geht uns alle was an, weil es in unserer Gesellschaft und in unserer Zeit passiert. In unserem Land und vor unserer Haustür. Vor unseren eigenen Augen. Wie können wir da noch länger wegschauen?